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Das Jahr 675

 

Osgar hat den Ritterschlag erhalten. Mit seinen einundzwanzig Sommern ist er nun bereit, das Erbe Westerholds anzutreten.
Ich bin ein alter Mann. Die kühleren Herbstnächte machen mir mehr und mehr zu schaffen.
Osgar hat mir von einem Mädchen erzählt. Sie ist die Tochter eines Ritters, der aus dem südlichen Marturien stammt. Er hat östlich von Südwacht ein bisschen Land genommen und rodet gerade den Wald. Sein Name war Wiegald von Talassia.
Seine Tochter Tanora sei wunderschön und Osgar hofft, dass er sie zur Braut nehmen kann.
Ich habe mit dem Wiegald gesprochen und wir waren uns schnell einig. Im kommenden Jahr sollten beide den Bund eingehen.

Ich kann nur für ihn hoffen, dass die räuberischen Söldner ihn verschonen. Die Götter mögen ihnen die Pest bringen, diesen elenden Bastraden. In den letzten Jahren sind sie eine wahre Plage geworden.

Osgar hat eine kleine Reitertruppe aufgestellt, mit denen er den Weg von Südwacht nach Westerhold kontrolliert. Auch aus Südwacht kontrollieren Truppen die Gegend.
Nur sind diese Söldner mittlerweile sehr zahlreich geworden.
Sie kommen aus den südlichen Wäldern. Ihr Schlupfwinkel konnte bis heute nicht entdeckt werden und wir haben keine wirklich verlässlichen Informationen über ihre wahre Stärke.

Es bleibt nur zu hoffen, dass wir ihnen Stand halten können.
Aus dem marturischen Reich hörten wir schon lange nichts mehr. Es ist, als ob wir hier untern vergessen sind. Zumindest von der Obrigkeit.
Der Handel blüht und bringt uns gutes Geld in die Schatulle.
Viel Feste werden mittlerweile in Westerhold gefeiert.
Jedes findet unter den drei Linden statt, die sich auf dem kleinen Hügel mitten in Westerhold befinden. Der Weg ist zwar immer beschwerlich, doch ist es ein wundervoller Ort.

Nichts hat sich verändert, seit meine Familie vor vielen Jahren dort angekommen ist. Manche Leute aus dem Volk gehen öfters dort hin und huldigen den Göttern.
Ich bin selbst auch gerne dort. Dort unter den Bäumen finde ich wahren Frieden.
Vielleicht bald für immer.

 

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