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Das Jahr 712

Man schreibt das kaiserliche Jahr 712. Die Fehde mit Südwacht hat immer noch kein Ende genommen. Alle Besitzungen und Gebiete rund um die Stadt waren zwar unter der Kontrolle westerholder Truppen, aber die eigentliche Stadt konnte nicht eingenommen werden. Es fehlte schlicht an den Mitteln und den Männnern.

So hatten die wenigen verbliebenen Kämpfer einen losen Ring um die Stadt gezogen und hofften so die Stadt zur Aufgabe zu zwingen. Verhandlungen wurden mehrfach seitens des südwachter Satdtrates abgelehnt. Vereinzelt konnten Menschen aus der Stadt fliehen. Sie berichteten von den unerträglichen Zuständen in der Stadt. Der Stadtrat hatte fremden Söldner angeworben und setzte mit ihnen ihre Belange durch. Diese Söldner hatten es im Auftrage des Stadtrates gewagt, die Lindmark anzugreifen. Sie wurden zurückgeschlagen und hatten einen hohen Blutzoll zu zahlen. Der Rest befand sich nun in der Stadt und drangsalierte die Bevölkerung. Langsam aber Sicher hatte der Hunger Südwacht fest im Griff. Die Speicher waren leer und es konnte nicht mehr lange dauern, bis sie aufgeben mussten. So hoffte man auf westerholder Seite.

Tatsächlich konnten die Westerholder, dank einer List, in die Stadt eindringen und sie schließlich einnehmen.

Der Baron wurde dabei von einem vergifteten Bolzen verletzt und musste über mehrere Wochen behandelt werden, bis man das Gift aus seinem Körper entfernt hatte.

Der Kampf und der Hungerwinter hatten tiefe Spuren hinterlassen. Viele Gebäude in Südwacht waren beschädigt oder abgebrannt und gut die Hälfte aller Menschen waren tot.
Trotz allem begann man langsam mit den Aufäumarbeiten. Aus Marturien wurde weiteres Getreide für die Versorgung und die Aussaht eingeführt und ganz langsam zeigte sich die Hoffnung auf Besserung bei den Menschen.

Julmond in Jahr 712. Der Winter hält Einzug in Westerhold. Seid tagen wird es immer kälter und der erste Schnee kündigt sich an.
Die Ernte war sicher in den Scheunen untergebracht und jeder alles hat sich auf die kurzen kalten Tage vorbereitet.

In Südwacht stehen immer noch ein paar Ruinen, die von den Kämpfen im Frühjahr künden. Aber der neue Stadtrat hat umsichtig gehandelt und hofft, alle Menschen über den Winter zu bringen.

Die Ernte in Westerhold war normal ausgefallen. Dennoch hat der Baron kleine Trupp´s mit Jägern zusammen stellen lassen. Sie sollen in den großen Wälden ausreichend Wild jagen, welches auf den Märkten zu festgelegten, kleinen Preisen verkauft wird. Die Anordnung ist für diesen Winter gültig.

Das Fieber, welches im letzten Winter zahlreiche Todesopfer gefordert hat, ist bis jetzt nicht wieder ausgebrochen. Dennoch wurden bis spät in den Herbst hinein Heilkundige angewiesen, Ihren Käutervorrat so weit wie möglich aufzustocken.
Viel Arbeit brachte dieses schwere Jahr. Der Winter legt langsam aber sicher seinen kalten Arm um Westerhold und die ersten Schneeflocken bedecken die Felder, Wälder und Dächer.

In der Mitte des Heumondes des Jahres 712 kamen Boten aus Marturien mit einer traurigen Nachricht:
Unser geliebter Kaiser Erdmuth II. Farun, ~der tapfere Erdverbundene~, Kaiser des Landes und Volkes Marturiens im Namen der hehren Penthitæt, König über Marturien, Namador und Maldoran, Beschützer, des Silbergebirges und Waldes von Selesp, Hoher Protektor von Estaroth und Ormond, Bewahrer der Insignien des Kaiserreiches, ist am 15. Morgen des 7. Monats nach Farun im hohem Alter verstorben.

Auch wenn Westerhold nicht mehr direkt zum Reichsverband gehört, war die Trauer und Anteilnahme groß!
Möge bald ein weiser und guter Kaiser von den Kurfürsten gewählt werden.

 

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