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Westerholder Brauordnung Bier

 

Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Braumeister, dass fort hin überall in Westerhold sowohl auf dem Lande wie auch in unseren Städten und Märkten das Maß von einem westerholder Liter
Bier für nicht mehr als zwei Kupfer mittelländischer Währung ausgeschenkt werden soll. Eine halbe Maß Bier soll für einen Kupfer mittelländischer Währung ausgeschenkt werden.
Dies sei bei Androhung der unten genannten Strafe einzuhalten.

Ganz besonders wollen wir, dass fort hin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Für besondere Biere sei es auch gestattet, Weizen und Malz zu gebrauchen.
Ein jeder Braumeister habe darauf zu achten, dass das durch ihn gebraute Bier nicht verdorben sei.
Je nach Jahreszeit und Wetter habe er seine Braukunst daran anzupassen.
Ein jeder Braumeister kann jederzeit durch den Herrn von Westerhold oder durch ihn bestimmte Personen zu einer Untersuchung seiner Brauerei und allem was sich darin befindet herangezogen werden.
Diese Untersuchungen sollen zum Zwecke haben, das in Westerhold gebraute Biere rein und frisch sind und von jedweder Verunreinigung frei sind.
Dies sei ebenfalls bei Androhung der unten genannten Strafe einzuhalten

Wer diese unsere Androhung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe drei Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtig weggenommen werden.
Ebenso soll, wer diese unsere Androhung wissentlich mehrfach übertritt öffentlich an den Pranger gestellt werden und seine Rechte als Braumeister verlieren.
Sollte er es danach dennoch wagen, sich der Kunst des Brauen von Bier zu widmen, soll er dreißig Tage an der Zahl eingekerkert werden. Danach sei er für vogelfrei erklärt. All seine Besitztümer fallen an den Herren von Westerhold.